Flachwasserzonen sind für Ästuare charakteristische Lebensräume: Sie sind die Kinderstube von Fischen – hier laichen sie, hier wachsen sie heran. Flachwasserzonen dienen vielen Wasservögeln auch als Nahrungsgebiet und sind Lebensraum für eine Vielzahl kleiner Lebewesen. Der durchlichtete Bereich, in dem Algen durch Photosynthese Sauerstoff produzieren, ist groß. Daher dienen Flachwasserzonen der Sauerstoffversorgung und werden als „Lungen“ des Gewässersystems bezeichnet.
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Die Knäkente brütet auf Krautsand und ist hierzulande von März bis September zu beobachten. Als Langstreckenzieher überwindet sie Strecken von mehr als 4.000 Kilometern, um ihr Winterquartier in Afrika, Nordindien oder Südostasien zu erreichen. Sie lebt an flachen Gewässern mit einer ausreichenden Vegetation, aber auch an Gräben und überschwemmten Wiesen ist sie zu finden. Die Knäkente ist in Niedersachsen und deutschlandweit als stark gefährdet eingestuft.
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Seinen Namen verdankt das Flussneunauge den sieben auf jeder Körperseite nacheinander angeordneten Kiemenöffnungen, sowie einem Auge und einem Geruchsorgan. Es steht unter europäischem Naturschutz. Undurchgängige Wasserbauwerke behindern das Neunauge bei seiner Reise. Die Gewässer auf Krautsand haben eine sehr bedeutsame Funktion als Wanderweg und Lebensraum für Flussneunaugen, weshalb Teile des Gebietes als europäisches Schutzgebiet gemäß der FFH-Richtlinie ausgewiesen sind.
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Die Finte gehört zur Familie der Heringsarten und steht nach der FFH-Richtlinie unter europäischem Naturschutz. Bedeutende Laichgebiete befinden sich in der Tideelbe oberhalb der Brackwassergrenze im Süßwasserbereich. Aber auch das Wischhafener Gewässersystem bietet der Finte teilweise Laich- und Aufwuchsmöglichkeiten, weshalb Teile des Gebietes als europäisches Schutzgebiet gemäß der FFH-Richtlinie ausgewiesen sind.
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Der Europäische Aal schlüpft in der Sargassosee in der Nähe der Bahamas und durchläuft auf seiner mehrjährigen Reise verschiedene Entwicklungsstadien. Innerhalb eines Jahres kann er eine Strecke von 5.000 Kilometern zurücklegen. Die starke Befischung und mangelnde aquatische Passierbarkeit von Wasserbauwerken haben dazu geführt, dass der Bestand des Europäischen Aals zurück gegangen ist. Er ist auf der Roten Liste Niedersachsens und bundesweit als stark gefährdet eingestuft.
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Das Watt beherbergt viele Lebewesen, die die Grundlage für die Nahrungskette des Ästuar-Ökosystems bilden wie Würmer (>200.000/ qm2), kleine Muscheln und Schnecken von denen sich Wat- und Wasservögel ernähren. Ist Watt bei Flut von Wasser bedeckt, finden dort Fische ihre Nahrung. Der Algenbewuchs auf Wattflächen dient Pflanzenfressern als Nahrung und bringt Sauerstoff in das Gewässer ein. Watt gehört nach der FFH-Richtlinie zu den geschützten Lebensräumen.
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Der Große Brachvogel ist Gastvogel auf Krautsand und fühlt sich auf extensiv genutztem Grünland und Feuchtwiesen am wohlsten. Seine Nahrung sucht er auch gerne auf Wattflächen. Als Kurzstreckenzieher ist sein Winterquartier in Südeuropa oder Nordafrika in der Regel nicht weiter als 2.000 Kilometer vom Brutgebiet entfernt. Manche Exemplare bleiben das ganze Jahr über in Niedersachsen. In Niedersachen gilt er als stark gefährdet und deutschlandweit ist er vom Aussterben bedroht.
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Der etwa taubengroße Goldregenpfeifer ist Gastvogel auf Krautsand und zur Brutzeit im Frühjahr an seinem prächtigen gold-weiß-schwarzen Federkleid zu erkennen. Der Goldregenpfeifer hält sich bevorzugt in Feuchtgebieten auf und benötigt Vegetation mit geringer Höhe. Er ernährt sich von Insekten, Würmern, kleinen Spinnen und Beeren. Wattflächen sind für ihn wertvolles Nahrungsgebiet. Der Goldregenpfeifer ist in Niedersachsen und deutschlandweit vom Aussterben bedroht.
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Die Bekassine ist Brutvogel auf Krautsand. Während der Brutzeit hält sich die Bekassine in Feuchtwiesen und Graslandschaften sowie Wiedervernässungs- und Überschwemmungsgebieten auf. Ihre Nahrung sucht sie auch gerne auf Wattflächen. Aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume hat sich ihr Bestand seit den 1980er Jahren um mehr als 80 Prozent reduziert. Sie ist in Deutschland und Niedersachsen vom Aussterben bedroht.
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Schlammröhrenwürmer leben in selbst gemachten Röhren im Weichsediment fließender oder stehender Gewässer. Sie sind die häufigsten Organismen im Süßwasserwatt. Es können über 100.000 Individuen pro Quadratmeter vorkommen und sie sind eine sehr wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel, Fische und andere Gewässertiere. Sie selbst ernähren sich unter anderem von den Sink- und Schwebstoffen und leisten auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur Selbstreinigung des Flusses.
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An Ästuaren bilden Röhrichte häufig die Vorposten zur höheren Pflanzenwelt, sie haben eine zentrale ökologische Funktion für den Erhalt der Artenvielfalt in Estuaren. Süßwasserwatt-Röhricht und auch Rörichte des Brackwasserwatts werden auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen in Niedersachen als stark gefährdet eingestuft. Großflächige Röhrichtbestände sind Brutgebiet und Lebensraum für viele unter Schutz stehender Vogelarten wie Rohrdommel, Rohrweihe und Sumpfohreule.
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Die Rohrdommel ist Brutvogel auf Krautsand und lebt in ausgedehnten Schilf- und Röhrichtbeständen. Bei Gefahr reckt sie ihren Kopf in die Höhe und schwingt mit dem Schilf, das sie umgibt. So täuscht sie potenzielle Feinde. Dank ihres gelbbraunen Gefieders mit schwarz-braunem Muster ist sie im Schilf perfekt getarnt. In Niedersachen gilt sie als stark gefährdet und deutschlandweit ist sie vom Aussterben bedroht.
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Die Sumpfdotterblume ist eine heimische Feuchtgebietspflanze mit leuchtend gelben, bis zu fünf Zentimeter großen Blüten. Sie blüht von April bis Mai und manchmal im Herbst ein zweites Mal. Die Sumpfdotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und wird etwa 20 bis 40 Zentimeter groß. Sie kommt an Gewässerrändern im Röhricht und auch in Tideauwaldresten vor. Sie gilt in Niedersachsen und deutschlandweit als gefährdet.
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Im Anschluss an die wasserseitig vorgelagerten Röhrichte oder auch Wattflächen befindet sich der Tideauwald. Die arten- und strukturreichen Tideauwälder bieten durch ihre Unzugänglichkeit einen geschützten Lebensraum und Brutplatz für viele Arten wie Seeadler und Waldschnepfe. Ihre Randbereiche bieten auch Lebensraum für den bedrohten Schierlings-Wasserfenchel. Europa- und bundesweit sowie auch in Niedersachen gilt dieser Biotoptyp als vom Aussterben bedroht.
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Das Abendpfauenauge ist ein Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 70 bis 80 Millimetern. Es lebt auf Krautsand bevorzugt in Weidengehölzen, in Auwaldresten sowie in Ufergebüschen. Das Weibchen des Abendpfauenauges heftet Eier an die Blattunterseite von Weidengebüschen. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die Raupen. Vor der Verpuppung kriechen die Raupen auf dem Boden umher, um sich einen geeigneten Verpuppungsort zu suchen. Den Winter überdauert diese Art als Puppe im Boden.
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Die Wasserfledermaus wird 45 bis 55 Millimeter groß und wiegt circa 15 Gramm. Sie erreicht eine Spannweite von 240 bis 275 Millimetern. Ihren Namen verdankt sie der Art, wie sie ihre Nahrung sucht: in einer Höhe von zehn bis 30 Zentimetern über der Wasseroberfläche jagt sie nach Insekten. Im Sommer sucht sie Baumhöhlen auf, in denen sie ihre Jungen aufzieht, den Winter verbringt sie in Höhlen und Stollen. In Niedersachen wird die Wasserfledermaus als gefährdet eingestuft.
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Der Schierlings-Wasserfenchel ist eine sehr seltene, mit weißen Dolden blühende, 1,5 bis 2 Meter hohe Pflanze. Der Schierlings-Wasserfenchel kommt weltweit nur an der Tideelbe vor, ist vom Aussterben bedroht und nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt. Die Pflanze wächst im Süßwasserbereich der Tideelbe und ihren Nebenflüssen und bevorzugt offene Wattböden an ruhigen Ufern und in lichten Tideauwäldern, die durch natürliche Flussdynamik entstanden sind.
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Es ist Lebensraum und Brutgebiet für viele inzwischen selten gewordene Wiesenvögel wie Bekassine und Kiebitz und dient vielen Gastvögeln als Rastplatz. Zusammen mit dem umfangreichen Grabensystem bildet das Grünland den Grünland-Graben-Komplex. Die Gräben sind Lebens- und Nahrungsraum vieler bedrohter Fische, Pflanzen und anderer Gewässerlebewesen. Artenreiche Grünland-Graben-Komplexe sind selten geworden – mit eine der Ursachen für den starken Rückgang der Insektenvielfalt.
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Die Grüne Mosaikjungfer gehört zur Familie der Edellibellen und hat eine Flügelspannweite von bis zu 8,5 Zentimetern. Ihr Vorkommen ist abhängig von der Existenz der Krebsschere, einer Wasserpflanze, in der sie ihre Eier ablegt und wo sich Männchen und Weibchen zum Paarungstanz treffen. Die in Niedersachsen vom Aussterben bedrohte Grüne Mosaikjunger kommt im Planungsraum auf dem Asselersand vor. Auf der deutschen Rote Liste ist sie als stark gefährdet aufgeführt.
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Die Sumpfohreule ist Brutvogel auf Krautsand. Ihre namensgebenden Ohren sind zumeist in ihrem Gefieder versteckt und nur zu sehen, wenn sie sie aktiv aufstellt. Sie nistet am Boden. Ihr ausgezeichnetes Hör- und Sehvermögen macht sie zu einer exzellenten Jägerin. Sie passt sich perfekt an ihre bevorzugten Lebensräume, Feuchtgebiete und extensiv genutzte Wiesen, an. Aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume ist sie in Niedersachsen und bundesweit vom Aussterben bedroht.
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Der Kiebitz ist Brutvogel auf Krautsand. Kiebitze sind Frühlingsboten: von weitem hört man in dieser Jahreszeit ihre auffälligen „kiewitt“-Rufe und kann die Männchen bei ihren spektakulären Balzflügen beobachten. Kiebitze bevorzugen zum Brüten offenes und feuchtes Dauergrünland wo sich viele Insekten tummeln. In den letzten 20 Jahren haben sich die Kiebitzbestände in Deutschland um mehr als 80 Prozent reduziert. Der Kiebitz ist deutschlandweit stark gefährdet.
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Die Säbeldornschrecke gehört zur Ordnung der Heuschrecken. Ihr namensgebendes Merkmal ist ein Dorn, der das Ende ihres Hinterleibes weit überragt. In ihrem Lebensraum ist sie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Daher findet man sie auf feuchten Wiesen und im Uferbereich von Gewässern. Droht Gefahr, schwimmt oder taucht sie und entkommt so ihren Feinden. Auf der niedersächsischen Roten Liste ist sie als gefährdet eingestuft.
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Der Schlammpeitzger wird von der FFH-Richtlinie Anhang II als Fischart mit höchster Priorität für Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen aufgeführt. Er hält sich hauptsächlich am Boden von Gewässern im Schlamm auf. Als Fischpionierart ist er perfekt an die regelmäßige Überflutung und Austrocknung angepasst. Aufgrund der weitflächigen Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes besiedelt er heutzutage auch wasserpflanzenreiche Grünlandgräben.
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Der Seefrosch ist der größte heimische Wasserfrosch. Er wird zwischen 5 und 10 Zentimeter groß. Wie viele Amphibien kann er unterschiedliche Färbungsvarianten aufweisen. Der Seefrosch lebt in großen, nährstoff- und vegetationsreichen Weihern, Seen und Fluss-Altarmen. Der Rückgang von Altgewässern und die Verbauung von Flüssen und Flussauen können langfristig zu einem Rückgang der Art führen. In Niedersachsen ist der Seefrosch auf der Vorwarnliste der Roten Liste geführt.
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